Sage

Im 18. Jahrhundert gab es im Toggenburg Männer, die in ihrem Dorf gerne zu Ansehen gekommen wären. Da es ihnen oft am nötigen Geist fehlte, bemühten sie sich, wenigstens ihre körperlichen Kräfte zu entwickeln. Sie haben ihre Körper so abgehärtet, dass selbst Schläge mit dem Hebeisen keine Wirkung gezeigt haben sollen.

Einer dieser Männer war der Chrummbach-Hämel aus Wattwil, ein gefürchteter Streithahn. So manchen Widersacher soll er zum Krüppel geschlagen haben.

Vom Weib des Hämels wusste man, dass sie mit dem Teufel im Bunde gestanden war. Sie war eine Hexe! Ihr Unwesen trieb sie vor allem in der Nacht. Manches Jungtier hat sie in den Ställen umgebracht und die armen Bauern auch sonst geplagt, wo sie nur konnte. Einen besonderen Hass aber hatte die Hexe auf die jungen Mädchen. Gar oft sass sie auf der Lauer, um dann ein ahnungsloses Mädchen zu verschleppen. Irgendwo an einem abgelegenen Ort liess sie es dann stehen. Mit fürchterlichem Lachen schaute die Hexe dann zu, wie das verzweifelter Geschöpf den Heimweg suchte.

Gegenüber kleinen Kindern und alten Leuten war die Chrummbach-Häxe immer gut. Meistens hatte sie kleine Schleckereien bei sich, welche sie den Kindern und alten Leuten verteilte.